milano

zwei tage in der zweitgrößten stadt italiens. ich weiß nicht, ob es an mailand selbst lag oder an der tatsache, dass wir zuvor gut eine woche abgeschiedenheit an der ligurischen küste inhaliert hatten, aber irgendwie war uns recht schnell klar: mailand kann man, muss man aber nicht unbedingt gesehen haben. fairerweise muss natürlich gesagt werden, dass zwei tage kaum ausreichen, um sich wirklich ein bild von einer stadt mit 1,3 mio. einwohnern machen zu können. und im zentrum mit seinen zahlreichen historisch und kulturell sicher wertvollen gebäuden wie duomo, scala, galleria vittorio emmanuele II., castello sforzesco und und und hat die hauptstadt der lombardei sicherlich auch viele interessante ecken zu bieten. und entlang des naviglio grande kann man abends zweifellos sehr gut sitzen, essen, trinken und sich bei lauen temperaturen ein bißchen wie in amsterdam fühlen. so zumindest mein eindruck. und das altehrwürdige stadio giuseppe meazza, als „san siro“ über jahrzehnte hinweg bühne legendärer europacup- und champions-league-abende von inter oder ac milan, ist natürlich ein pflichtstopp für jeden, der in seinem leben mindestens ein paar fußballtreter besessen hat. leider blieb der an eine burg und ein parkhaus erinnernde fußballtempel für uns an dem tag verschlossen. zugleich ist san siro aber irgendwie auch sinnbild für das mailand außerhalb des innenstadtrings. das mailand, wo der lack irgendwie häufiger ab als dran ist. wo es über weite strecken irgendwie dann doch eher trist, industriell und gesichtslos wirkt. wo man eben nicht sagt: da muss ich unbedingt nochmal hin. was aber irgendwie dann auch wieder nicht schlimm ist. denn wenn man überall nochmal hinfahren würde, würde man ja nix neues mehr sehen. in diesem sinne: hinfahren und selbst ein bild machen.