sunny side up

manche reiseziele hat man ja sehr lange so gar nicht auf dem schirm. nicht weil man da grundsätzlich nicht hinwollte, sondern weil der kompass des eigenen fernwehs manche himmelsrichtungen eben weniger stark anpeilt als andere. mein ganzes leben habe ich bis dato jenseits des nördlichen wendekreises verbracht, und vor die wahl gesetzt, würde ich wahrscheinlich immer eher gen norden als nach süden reisen. die tropen kannte ich bislang jedenfalls nur aus der apotheken-rundschau und dem spirituosen-regal im supermarkt.

insofern war unser „spontanurlaub“ in puerto rico meine persönliche tropen-taufe und eine deutliche horizonterweiterung. mittlerweile bin ich jedenfalls ziemlich unsicher, ob das paradies auf erden zwangsläufig im borealen nadelwald liegen muss, oder nicht doch irgendwo zwischen palmen zu finden sein könnte. zum beispiel bei bill und laurie im el yunque regenwald, wo wir drei grandiose tage in relativer abgeschiedenheit verbrachten und ich mich zeitweilig wie alexander von humboldt am orinoco fühlte. oder im herzen der kleinen insel vieques, östlich von puerto rico, wo der preisgekrönte kanadische architekt john hix seinen ganz persönlichen traum vom puristischen, naturnahen und nachhaltigen wohnen realisiert hat – und meinen gleich mit!

auch dass das wetter und die strände auf puerto rico noch besser sind als in hamburg, und dass das tropenhaus dort nicht nur von 9 bis 18 uhr geöffnet ist, lässt mich zu folgendem fazit kommen: gar nicht so schlecht, diese karibik!