hasselbrack (16/1)

der begriff „projekt“ wird ja oft im zusammenhang mit etwas großem genannt. politiker reden bei projekten gern auch von zukunft, von aufschwung und vorwärts. gerhard schröders „agenda 2010“ war bestimmt so ein projekt. alle großen fußballturniere seit 2006 waren projekte. an projekte glaubt man, man packt mit an, man freut sich, man ist enttäuscht. an projekten wächst man, oder man zerbricht daran.

seit gestern nun ist die welt um ein projekt reicher: „projekt 16“! nicht ganz so staatstragend, wie die „agenda 2010“. nicht ganz so medial, wie ein sommermärchen. aber nichtsdestotrotz eine ganz große sache. für uns jedenfalls. das projekt in zahlen: zwei leute, vier jahre zeit, 16 bundesländer, 16 gipfel, 12.882 höhenmeter. bis zum jahr 2016 wollen wir die jeweils höchsten natürlichen punkte aller bundesländer erklimmen. zu fuß hoch und wieder runter. seilbahnen sind dazu da, nicht benutzt zu werden.

erste etappe dieses projekts und höchster punkt hamburgs: der hasselbrack! 116,2 meter wildnis und gefahr. 116,2 meter, die mutter natur über jahrmillionen mit urgewalt aus der endmoränen-landschaft der fischbeker heide gemeiselt hat. 116,2 meter, an denen alpinistenträume reiften – und zerschellten. 116,2 meter für die ewigkeit!

auch uns hätte der hasselbrack fast zermalmt. vier stunden irrten wir durchs harburger unterholz. wähnten uns auf dem richtigen weg und verfluchten karte und beschilderung. stellten fest, dass beides wenig hilft, wenn man es nicht richtig lesen kann. fanden uns schließlich in einer sackgasse. standen vor dem beziehungs-aus. doch wir bäumten uns auf gegen leid, schmach, erniedrigung und einsamkeit. und standen letztlich doch erhobenen hauptes auf dem „dach hamburgs“, um uns am sonntag, den 21. oktober 2012, ins ruhmreiche gipfelbuch einzutragen. der sturm legte sich. die wolken zogen auf. die sonne schickte einen strahl hinab. und beide wussten wir: an diesem tag wurde alpingeschichte geschrieben. nur nicht am hasselbrack.

die inspiration, „projekt 16“ zu starten, stammt übrigens von hier. ehre, wem ehre gebührt!